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Winterwanderung zur Riesenhütte, Chiemgau, mit Rodelabfahrt

22 Jan

Im Januar 2012 – endlich kommt ein bisschen Winter auf in Bayern und da möchte ich die Gelegenheit nutzen, mal einen Winter-Wandertipp loszuwerden: Nämlich von Frasdorf (Lederstube) auf die Riesenhütte und dann mit dem Rodel wieder ab ins Tal.

Von München aus über die Salzburger Autobahn ist das Ganze in knapp einer Stunde zu erreichen, für mich und meine Kollegen war der Ausgangspunkt näher, weil wir gerade von einem Seminartag im Duftbräu am Samerberg kamen und so nur einmal den Berg umrunden mussten. Die Winterwanderung auf die Riesenhütte war der zweite Teil des jährlichen Team-Events, bei dem man immer reichlich Gelegenheit hat die Kollegen mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen…

Als ich in der Früh die Vorhänge zurückgezogen hab, präsentierte sich mir eine traumhafte idyllisch Winterlandschaft. Es hatte die ganze Nacht geschneit und der Winter lag frisch und glänzend vor mir. Also runter in die Wirtsstube und mir das Frühstück schmecken lassen. Zusammen mit den Kollegen haben wir dann die Autos ausgebuddelt und sind die Fahrt nach Frasdort/Lederstube angetreten, zum Ausgangspunkt unserer Event-Wanderung.

Der erste Teil führte uns über eine breite Forststrasse durch dichten Wald zur Frasdorfer Hütte, durchaus stellenweise ziemlich steil, ich glaube es gab keinen aus unserer Gruppe, den es nicht mal die Länge nach hingelegt hat – der festgetretene Schnee war nämlich ziemlich rutschig. Rechts und links vom Weg wurden die Schneetürme immer höher, es sah also so aus, als würde uns da oben noch deutlich mehr Schnee erwarten…

Nach einer kleinen Stärkung auf der Frasdofer Hütte zogen wir uns die Mützen wieder tief ins Gesicht und kämpften uns bergauf und gegen den zunehmend stürmischen Wind Richtung Riesenhütte. Wie Perlen an einer Kette immer schön hintereinander, jeweils die Fußstapfen (und den Windschatten) des Vordermanns ausnutzend kämpften wir uns bergauf.

Der Forstweg war in diesem Bereich wohl noch nicht plattgewalzt worden, denn mit jedem Schritt sanken wir fast bis zu den Knien ein, es war eine echte Herausforderung, und einige Kollegen haben ihre andere Seite gezeigt (siehe oben). An dieser Stelle schonmal ein dringender Tipp: Der Aufstieg ist bei starkem Schneefall definitiv nix für Kinder, ich selber hatte schon zu knabbern an der Anstrengung, an dem Wind, der mir ständig wie Nadelstiche ins Gesicht bläst und an den durchtrainierten jungen Männern, die alle Nase lang an uns vorbeitrabten.

Aber wie so oft beim Bergsteigen kam uns – als es fast nicht mehr ging – der Pistenbully entgegen und informierte uns, das hinter der nächsten Kuppe die Hütte auf uns wartete. Das setzte nochmal alle Kräfte frei und wir trotzdem dem orkanartigen Sturm auf der Hügelkuppe und den hüfthohen Schneewehen und wurden mit der urgemütlichen Wirtsstube, den netten Wirten und einem exzellenten Schweinebraten belohnt. Und es kam noch besser: Draußen vor der Hütte standen reichlich Schlitten, die man sich für 4 € ausleihen kann.

Wir also nix wie drauf und den gleichen Weg wieder zurück – mit dem Vorteil, dass mittlerweile der Pistenbully alles optimal für eine Rodelabfahrt präpariert hatte – die rasante Fahrt bergab durch das Pfeifen des Windes in den Bäumen und vorbei an den hohen Schneewehen war alle Mühe wert. Ich hab ein Video von der Abfahrt gefunden, das ziemlich gut das Erlebnis wiedergibt, danke an wikiberge.de

Nochmal die Fakten:

  • Gegend: Chiemgau, Frasdorf
  • Ziel: Riesenhütte (beim Hochries)
  • Aufstieg über Lederstube – Frasdorfer Hütte, Forststrasse (im Tiefschnee ca. 2,5 Stunden)
  • Abstieg: Mit den Rodeln, ca. 10 Minuten traumhafte Abfahrt auf der Forststrasse
  • Verpflegung: Lecker Hüttenküche, exzellenter Kaiserschmarrn!
  • Schwierigkeitsgrad 8 von 10: Wie gesagt, der Tiefschnee hatte es echt in sich, empfehle also die Wanderung mit Kindern nur, wenn der Schnee schon festgetreten ist, dann aber immer noch 5 von 10
 
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Geschrieben von - 22. Januar 2012 in familienwanderungen

 

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